Der Leichenschmaus

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lps/Mo. Der Leichenschmaus, auch bekannt unter den Bezeichnungen Leichenmahl, Beerdigungskaffee und Trauerkaffee, hat eine lange Tradition. Nach der Beisetzung setzen sich die Trauergäste zusammen, um gemeinsam etwas zu trinken und zu essen. Unter anderem dient der Leichenschmaus dazu, den Angehörigen zu zeigen, dass sie in ihrer Trauerbewältigung nicht alleine dastehen. Weiterhin dient er als Hinweis, dass das Leben trotzdem weiter geführt werden darf und weiter geführt werden soll. In der Regel sind die Angehörigen für die Organisation des Trauerkaffees zuständig, wofür die ganze Familie eingeladen wird. Natürlich haben aber auch andere Gäste Zutritt.
In einem gelockerten Rahmen gedenken die Menschen des Verstorbenen und tauschen ihre Erfahrungen aus. Hilfreich können auch Geschichten und Anekdoten aus dem Leben des Toten sein, um zu zeigen, dass jeder die Erinnerung an ihn in seinem Herzen trägt und er unvergessen bleibt. Dies fördert zudem die Auseinandersetzung und Verarbeitung mit dem Tod. Der Beerdigungskaffee kann zum einen in einem Restaurant, zum anderen zu Hause stattfinden. Möchte man zu Hause feiern, entfällt die Belastung durch die anfallenden Kosten.
Oftmals fühlen sich aber die Angehörigen mit einer Feier in den eigenen vier Wänden überfordert. Die Professionalität in einem Restaurant entlastet zusätzlich. Traditionell werden Kaffee und Kuchen gereicht oder kleine Häppchen. Findet eine Beerdigung im Winter statt, bietet sich eine Suppe an. Mittlerweile wird der Trauerkaffee ziemlich kritisch betrachtet. Nicht wenige Angehörige sind einfach nicht in der Stimmung, nach der Beisetzung zwanglos zu plaudern.